I.M. Königin Silvia von Schweden nahm am 26. September 2018 an der Eröffnung des 72. Deutschen Juristentages teil.

Besonders freue ich mich darüber, dass Sie dem Thema Kinderrechte und kinderfreundliche Justiz einen so großen Platz einräumen. Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen. Kinder zu schützen und Ihnen Zugang zum Recht zu verschaffen, ist mir seit vielen Jahren ein Anliegen.“, sagte sie in ihrem
Grußwort vor mehreren Hundert Juristinnen und Juristen. In ihrer Rede spricht I.M. Königin Silvia von Schweden über die Erfahrung, die Kinder mit der Justiz in Verfahren machen mussten. In einer Umfrage berichteten 400 Kindern von ihren Erlebnissen. Die Antworten seien dort deutlich gewesen: Kinder in Gerichtsverfahren empfänden oft Angst, Verunsicherung und das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

„Ich habe mich die ganze Zeit wie eine Puppe gefühlt.“, habe ein Mädchen gesagt.  „Ich selbst habe einmal ein Mädchen gehört, das berichtete: „Hätte ich gewusst, was alles auf mich zukommt, dann hätte ich überhaupt nichts erzählt“„.

Würde, Respekt und Verständnis

Dabei wünschten sich Kinder nur, dass ihnen Würde, Respekt und Verständnis entgegen gebracht wird. Kinder wollten über die eigenen Rechte informiert werden, machte Ihre Majestät in ihrer Rede deutlich. Betroffene Kinder erleben in Verfahren Stress. Dabei sei die goldene Regel doch, dass Kinder sich nach Verfahren besser fühlen sollen als zuvor, sagte Ihre Majestät. Verordnungen und Gesetze gäbe es genug, lediglich die Taten müssten folgen.

Gesetzeswerke sind ein ausgezeichneter erster Schritt und sie sind das Ergebnis vieler Diskussionen und Verhandlungen. Aber minderjährigen Opferzeugen geht es erst dann wirklich besser, wenn den Worten und schriftlichen Vereinbarungen Taten folgen. Daher stimmt es mich zuversichtlich, dass es auch aus der Justiz wichtige Impulse gibt. Sie alle hier sind unverzichtbare und wichtige Partner, ohne Ihre Mithilfe wird es keine kinderfreundliche Justiz geben.

Die Childhood Stifterin appellierte an die anwesenden Juristen/Juristinnen:

„Sie haben es selbst in der Hand einem Kind mit Würde und Respekt zu begegnen!“

Ein Apell, der Nachklang hat!